Carport Ratgeber

Ob Sie ein Carport selber bauen möchten, es im Auftrag geben oder es einfach nur renovieren wollen, hier gibt es einiges zu beachten. Von der Baugenehmigung bis hin zum Material und Standort hier ist einiges zu bedenken. In den folgenden Rubriken wird hier versucht alles genau zu erläutern, damit Sie hoffentlich keine offenen Fragen mehr haben.

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Was genau ist ein Carport und welche Vorteile bietet es?

Ein Carport ist eine offene überdachte Konstruktion zum Unterstellen von z. B. einem Auto, es ist eine günstige und einfache Alternative zur Garage. Die Carports werden in Deutschland immer beliebter und haben auch einige Vorteile gegenüber der „herkömmlichen“ Garage. Als Erstes ist hier der Preis und die schnelle und einfache Bauweise zu nennen. Im Prinzip sind es vier Pfosten mit einem Dach drauf, die Seiten können wahlweise aber auch mit einer, zwei oder 3 Seitenwänden verschlossen werden. Durch diese offene Bauweise kann die Luft gut zirkulieren und bietet viel Platz für Sachen mit Überlänge. Besonders lange Gegenstände können aus dem Carport rausragen, und werden trotzdem vom Dach geschützt. Des Weiteren verfliegt die Luftfeuchtigkeit im Carport und verteilt sich in der Umgebung, anders als in einer Garage. Denn in einer Garage bleibt die feuchte Luft im inneren und erzeugt moderige Gerüche. Auch Korrosion und Rost am Auto werden dort begünstigt. Und auch unter optischen und ästhetischen Gesichtspunkten ist ein Carport empfehlenswert. Gerade auf kleinen Grundstücken wirkt ein Carport wesentlich passender als eine klobige Garage.

Baugenehmigung des Carports

Bevor Sie mit dem Bau oder der Planung Ihres Carports beginnen können, ist eine Beantragung der Baugenehmigung in den meisten Bundesländern Pflicht. Im Allgemeinem ist der Grundstücksbesitzer selbst bei dem kleinsten Neu-, An- oder Ausbauten dazu verpflichtet, auf die kommunalen Vorschriften und die Landesgrenzen zu achten. Es gilt auch zu beachten zum Nachbargrundstück genügend Abstand zu halten. Sehr häufig führt eine Nichteinhaltung der Abstände zum Nachbargrundstück dazu, dass sich beide Parteien verstreiten und es zu einem Gerichtstermin kommt. Natürlich kommt es immer wieder zu Streitigkeiten trotz Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzabstände. Allerdings haben Sie vor Gericht die besseren Chancen den Prozess zu gewinnen, wenn der den von Ihrem Landesbezirk vorgeschriebene Grenzabstand eingehalten wurde. Haben Sie allerdings Ihr Carport ohne eine Baugenehmigung errichtet und Ihr Nachbar schwärzt Sie an, oder das Bauamt kommt dahinter, dann wird dies Konsequenzen für Ihr Carport und Sie haben. Im schlimmsten Fall verlangt das Bauamt einen Abbau des Carports, aber auch empfindliche Geldstrafen sind durchaus möglich. Es empfiehlt sich eine Skizze des zukünftigen Carports anzufertigen. Es sollten alle Maße und der genaue Standort des Carports auf der Skizze vorhanden sein. Mit dieser Skizze können Sie nun zu Ihren Bauamt gehen und diese vorlegen. Das Bauamt wird Ihren Antrag prüfen und genehmigen oder ablehnen. Hier werden Sie auch Erfahren ob eine Genehmigung gebraucht wird, und welche Kosten auf Sie zukommen.

Da die Bundesländer unterschiedliche Reglungen zum Bau eines Carports haben, ist dies ein etwas komplizierter Vorgang. Einige Bundesländer verlangen „nur“ eine Bauanzeige. Bei einer Bauanzeige brauchen Sie „nur“ die gesamten Unterlagen für den Bau Ihres Carports an das zuständige Bauamt schicken. Wenn Sie innerhalb von 4 Wochen nichts vom Bauamt hören sollten, gilt Ihre Genehmigung zum Carportbau als erteilt. Hier ist darauf zu achten die Unterlagen per Einschreiben mit der Post zu versenden, damit Sie einen Nachweis über den Erhalt der Unterlagen beim Bauamt haben.

Nun folgt eine Auflistung der Bundesländer mit dem dazugehörigen Bauansprüchen. Bitte bedenken Sie, dass sich die Regelungen der Bundesländer jederzeit ändern können. In den Bundesländern Schleswig-Holstein, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist weder eine Bauanzeige noch eine Baugenehmigung erforderlich. Leben Sie in einem dieser Bundesländer haben Sie es einfach mit dem Bau Ihres Carports. In Niedersachsen, Hamburg, Nordrhein-Westphalen, Bremen und Bayern ist eine Baugenehmigung Pflicht und es muss ein Antrag gestellt werden. In diesen Bundesländern ist der Bau eines Carports leider nicht so einfach.

Die übrigen Bundesländern regeln es über die qm Grundfläche. In Saarland können Sie bis zu einer Fläche von 36 qm ohne jegliche Genehmigung bauen. In Berlin sind es 30 qm, in Hessen 40 qm, in Baden-Württemberg ebenfalls 40 qm und im Saarland sind es 36 qm. In Rheinland-Pfalz und Brandenburg sind bis zu 50 qm frei von Genehmigungen.

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Carport selber bauen

Die günstigere Alternative zum bauen lassen, ist das selber bauen, hier gilt es allerdings einiges zu beachten. Handwerkliches Geschick sollte genauso wie das benötigte Werkzeug vorhanden sein, trifft dies nicht auf Sie zu, dann beauftragen Sie besser eine Firma für den Bau Ihres Carports. Als erstes wird die Fläche des zukünftigen Carports ausgemessen. Als nächstes kaufen Sie sich am besten einen kompletten Carport Bausatz, der den gemessenen Werten entspricht. Meist sind diese Bausätze aus Holz, welche für ein Carport auch bestens geeignet sind. Hierbei ist unbedingt auf die maximal zulässige Schneelast zu achten, dies kann bei der Genehmigung eine Rolle spielen. Dann benötigen Sie natürlich auch das passende Werkzeug. Dazu zählt: Zollstock, Wasserwaage, Hammer, Spaten, Richtschnur, Schraubenzieher und eine Säge. Optimal wäre noch eine Bohrmaschine und ein Akkuschrauber.

Der Untergrund des Carports sollte entweder Wasser versickern lassen, oder ein Gefälle man mindestens 1 Prozent aufweisen. Dies ist wichtig damit sich kein Wasser im Carport ansammeln kann. Als nächstes folgt ein sehr wichtiger Schritt, das Fundament. Ein Carport kann nicht einfach in die Erde gesetzt werden. Dies würde dazu führen dass die Holzpfosten verfaulen und das gesamte Carport würde zusammenbrechen. Es müssen Träger auch Anker genannt benutzt werden, in welche die Holzpfosten gesetzt werden. Mit einem Spaten werden die Löcher für das Fundament ausgehoben, und anschließend mit Estrich Beton befüllt. Ein Loch mit einem Durchmesser von 25 cm sollte ca. 90 cm tief sein. In den frisch verfüllten Beton werden nun die Träger gesetzt und eingestellt, wobei der obere Teil ca. 5 cm rausschauen muss (für die Pfosten).Die Höhe, Lot und Flucht sind genauestens zu kontrollieren und auszurichten. Nun muss der Beton erstmal aushärten, dies dauert 48 bis 72 Stunden (mindestens jedoch 24 Stunden). Nach dieser Zeit, wird der Bau nach der Anleitung des Komplettbausatzes fortgeführt. Im allgemeinem werden jetzt die Holzpfosten in den Träger eingesetzt. Die Pfosten müssen mit Hilfe einer Wasserwaage ausgerichtet werden und sollten mit gleichen Abständen innerhalb des Trägers platziert sein. Nun werden dis Pfosten mit dem Träger zusammengeschraubt. Als nächstes werden die Balken mit den Pfosten laut Gebrauchsanweisung verschraubt. Als letzter Schritt wird das Dach angebracht und mit Gefälle montiert. Das ganze Carport lässt sich an einem Tag aufstellen. Die Schrauben sollten einmal jährlich kontrolliert und wenn nötig nachgezogen werden. Da das Holz des Carports in den meisten Fällen unbehandelt verkauft wird, ist es ratsam dieses selbst zu behandeln. Hierfür wird das Holz mit einer Lasur bestrichen. Dies sieht gut aus, hält Schädlinge fern und schützt das Holz davor zu faulen. Auch Lampen aller Art können selbstverständlich im Carport angebracht werden. Hierfür ist vorher eine Stromleitung zu legen, welches man lieber einen Elektriker überlassen sollte.

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Formen und Varianten von Carports

Carports gibt es in vielen unterschiedlichen Arten zu kaufen und einige davon werden nun vorgestellt.

Solar:
Wenn Sie ein Ökologisches Carport möchten bietet sich die Solarvariante an. Hier werden auf dem Dach des Carports Solarplatten installiert, was Ihnen viele Vorteile bietet. Der Strom kann für den eigenen Haushalt benutzt werden oder an das Stromnetz verkauft werden. Die Anschaffungskosten sind in den meisten Fällen in wenigen Jahren wieder reingeholt und Sie tun der Natur noch was gutes dazu.

Dachbegrünung:
Ein weitere ökologische Art ist die Dachbegrünung. Hierbei gibt es zahlreiche Pflanzen welche Sie auf dem Dach des Carports pflanzen können. Eine sehr schöne Möglichkeit der Natur ein Stück Land zurückzugeben. Aber immer auf die vorgeschriebene Maximale Dachlast achten, ansonsten besteht Einsturzgefahr.

Flachdach
Hier gibt es ein flaches Dach für das Carport. Das Gefälle muss bei dieser Variante immer nach hinten weg gehen. Eine schlichte aber dennoch schöne Variante.

Bogendach:
Für Menschen die etwas besonderes und stilvolles suchen, ist das Bogendach ideal. Ein weiter Vorteil des Bogendaches ist es, das es besser vor Wind, Regen und Schnee schützt. Da die Seite von wo aus der meiste Wind kommt, mit dem Bogen des Daches geschlossen werden kann und die gegenüber liegende Seite mehr offen gehalten wird.

Spitzdach:
Das klassische Spitzdach sieht schick und bietet auch Vorteile. Ein Vorteil ist es dass ein Spitzdach meist in die Umgebung passt, da auch die meisten Häuser über ein solches Dach verfügen. Ein weiterer großer Vorteil ist es im Winter. Von einem Spitzdach lässt sich Schnee am besten und einfachsten entfernen und wird seitlich abgeführt.

Walmdach:
Ein Walmdach wird oft zusammen mit Metallen verarbeitet. Diese schicke Art des Carports wirkt eher massiv und kräftig. Die Schrägen und damit das Gefälle läuft hier nach allen Seiten weg.

Pultdach:
Das Pultdach ist ein zu einer Seite angewinkeltes Flachdach. Es sieht daher sehr stilvoll aus und hat den Vorteil das Regen und Schnee durch die Schräge ablaufen können. Ein Pultdach kann auch mit einem Haus verbunden werden, so dass es eine Einheit bildet.

Glasdach:
Das Glasdach wird aus speziellem VSG-Sicherheitsglas hergestellt und ist somit absolut sicher vor Astschlägen oder ähnlichen. Der große Vorteil eines Glasdaches ist die Lichteinstrahlung der Sonne, welche eine natürliche „Lampe“ darstellt. Auch das beseitigen von Laub und Schnee ist hier dank der glatten Struktur einfach zu erledigen. Der Nachteil liegt allerdings darin, dass dieses Glasdach des Öfteren geputzt werden muss, damit es das schicke aussehen nicht verliert.

Doppelcarport:
Es besteht auch die Möglichkeit sich ein Doppelcarport aufzubauen. Hier können dann zwei Fahrzeuge oder andere Gegenstände untergebracht werden. Hier sind aber die Genehmigungen der Bundesländer besonders zu beachten.

Carport mit Schuppen:
Es gibt auch Carport Modelle mit anliegendem Schuppen zu kaufen. Hier ist das Carport mit einer Tür versehen, durch welches man in einen kleinen Schuppen gerät. Auch hier sind wieder besonders die Genehmigungen zu beachten, es kann vorkommen dass so ein Carport, als zwei unterschiedliche Gebäude angesehen werden.